Trollblume (Trollius europaeus)

Foto: Trollblume

Die Trollblume, auch Kugelbaum, Goldköpfchen oder Butterkugel genannt, war 1995 die Blume des Jahres. Die so genannten Volksnamen beziehen sich zumeist auf die Blütenfarbe oder- form. Der Gattungsname ist demgegenüber nicht ganz geklärt (entweder vom lateinischen trullus = rundes Schopfgefäß abgeleitet oder vom lateinischen trol = kugeliges Gebilde).

Die ausdauernde, 10-50 cm hohe, schwach giftige Staude blüht im Mai und Juni. Die hell- bis goldgelbe Blüte (selten 2-3 Blüten) ist bis zu 3 cm groß und sitzt am Ende des aufrechten Stängels. Die äußeren Blütenblätter neigen sich kugelig zusammen und schützen die inneren, sehr schmalen Honigblätter sowie zahlreiche Staub- und Fruchtblätter vor Regen. Die grundständigen Blätter der Trollblume sind oberseits dunkelgrün, unterseits heller, handförmig geteilt mit dreilappigen Abschnitten.

Trollblumen sind auf feuchte, auch quellnasse Standorte angewiesen. Sie gedeihen auf humusreichen und gut nährstoffversorgten Wiesen, Wiesenmooren und Hochstaudenfluren. In Mecklenburg-Vorpommern sind sie v. a. in Gebieten zwischen Wismar – Warin – Bützow und Plau zu finden. Aus dem Nordwesten Deutschlands ist die Trollblume heute verschwunden.
Gelegentliche Vorkommen basieren auf Verbreitung durch den Menschen, wenn diese Blume über Züchtungen in Hausgärten den Weg zurück in die Natur gefunden hat oder auf Brachflächen zurückgeblieben ist.

Bundesweit ist sie bestandsgefährdet oder vom Aussterben bedroht. Die meisten ehemaligen Bestände sind durch Überdüngung oder Entwässerung vernichtet worden. Nach Bundesartenschutzverordnung ist sie besonders geschützt. In Mecklenburg-Vorpommern gilt die Trollblume als stark gefährdet und wird im Florenschutzkonzept des Landes erwähnt.
Trollblumenwiesen mit ihrer artenreichen Begleitflora können nur erhalten werden, wenn Wiesen maximal einmal im Jahr relativ spät (nach der Samenreife) gemäht werden.

‹‹ zurück zu Natura 2000