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9. Juni 2011
Kuratorium des Elbe-Biosphärenreservates tagte zum zweiten Mal

Im vergangenen Jahr wurde ein 25-köpfiges „Kuratorium für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV“ erfolgreich ins Leben gerufen. Am 8. Juni trafen sich auf Einladung von Rolf Christiansen, Landrat des Landkreises Ludwigslust und Kuratoriums-Vorsitzender, die Vertreter aus den acht im Biosphärenreservat liegenden Städten und Ämtern zwischen Boizenburg, Lübtheen und Dömitz sowie die für die Flusslandschaft Elbe relevanten Behörden- und Interessensvertreter.

„Die Liste der fachübergreifend berufenen Institutionen und ständigen Gäste kann sich sehen lassen“, ist sich der Landrat des Landkreises Ludwigslust, Rolf Christiansen, sicher und überreichte die Ernennungsurkunden z.B. an die Bürgermeister und Amtsvorsteher der Gemeinden, an die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Ludwigslust mbH, den Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e.V. und den Förderverein Biosphäre Elbe MV e.V.. Allein schon Aufgabe und Zweck des Kuratoriums sind ein guter Grund für diese breit gefächerte Teilnehmerliste: Das von der UNESCO seit 1997 anerkannte länderübergreifende Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe soll schließlich auch in M-V erfolgreich zu einem Biosphärenreservat nach Landesrecht weiter entwickelt werden. Das Kuratorium soll bei diesem Prozess den Rahmen für eine enge Abstimmung zwischen den Kommunen, regionalen Interessensgruppen sowie den staatlichen Ebenen und der Biosphärenreservatsverwaltung schaffen, insbesondere bei Fragen der Landnutzung, dem Naturschutz und auch bei der regionalen Entwicklung.
Aus Sicht des Biosphärenreservates berichteten Klaus Jarmatz, Leiter des Amtes für das Biosphärenreservat, und Dezernentin Anke Hollerbach von aktuellen und geplanten Projekten, u.a. dem Infozentrum auf der Festung Dömitz und der Outdoor-Ausstellung auf dem Elbberg in Boizenburg, der Vorstudie für die Pflege- und Entwicklungsplanung und dem „Biosphäre-Bahnhof-Brahlstorf“. Neue Kooperationen im Bereich „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gibt es zu der Kita Spielhaus und dem Sportangelverein in Boizenburg und der Waldschule des ZEBEF in Alt Jabel.
Aus dem Bereich der Regionalentwicklung wurden zwei Projekte vorgestellt: „Partnerbetriebe des Biosphärenreservat“ sowie „Erlebbares Grünes Band“. Die 173 km mecklenburgisches „Grünes Band“ zwischen der Ostsee und Dömitz an der Elbe verlaufen in weiten Teilen durch die Biosphärenreservate Schaalsee und Flusslandschadt Elbe. Durch eine naturverträgliche Routenführung soll dieses Gebiet erlebbarer gestaltet werden. Zielgruppen sind dabei Radler, Wanderer, Reiter und die Fahrgastschifffahrt. Die länderübergreifende Vernetzung mit Schleswig-Holstein und Niedersachen steht dabei ganz oben an.
Seit dem extremen Hochwasser im Januar 2011 wird an der Elbe der Hochwasserschutz und das Gehölzmanagement verstärkt diskutiert. Diesem Thema widmete sich auch das Kuratorium, indem es Michael Brüdigam vom Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg einlud. Der Dezernent im Bereich Hochwasserschutz konnte nach der Auswertung des vergangenen Hochwassers mitteilen, dass auf Grund der Abflusswerte die Pegelstände der Elbe eigentlich niedriger hätten ausfallen müssen. Warum das nicht der Fall war, sei bisher noch nicht genau geklärt. Vermutlich sei das vermehrte Aufkommen von Gehölzen in der Elbaue ein Grund dafür, aber auch die höhere Sedimentfracht der Elbe spiele eine Rolle. Wie im Biosphärenreservat ein „Hochwasserschutz mit Augenmaß“ gewährleistet werden kann und wie eine „Bedarfsunterhaltung der Wasserstraße Elbe“ aussehen könnte, wurde anschließend diskutiert. Abschließend wurde deutlich, dass zukünftig eine eigene Position des Kuratoriums zum Hochwasserschutz erarbeitet werden soll.
Kuratoriumsvorsitzender Christiansen bedankte sich bei allen Teilnehmern für die rege Diskussion, die auch von den Anwesenden als sehr belebend und interessant empfunden wurde. Amtsleiter Klaus Jarmatz bat zum Abschluss noch einmal alle Vertreter, die hier gewonnenen Informationen parteiübergreifend und zeitnah in ihren Einrichtungen weiter zu geben.