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2. Juli 2002
Straße von Speck nach Boek – Nationalparkamt setzt auf Rückkehr zur sachgerechten Entscheidungsfindung

Amt schon seit 1999 mit vielen Beteiligten dazu aktiv

Angesichts der aktuellen Diskussion zur geplanten Teileinziehung öffentlicher Straßen im Müritz-Nationalpark weist das Nationalparkamt auf die hohe Bedeutung von Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Nationalpark hin. So sieht sich das Nationalparkamt Müritz starker Kritik von Touristen ausgesetzt, die mit Fahrrädern die Strecke Speck - Boek nutzen und sich von dem erheblichen Kfz-Verkehr beeinträchtigt fühlen. Darüber hinaus sprechen sich auch Anwohner für eine wirksame Verkehrsberuhigung aus. Die derzeitige „Anlieger frei“-Regelung ist ohne Wirkung.

Auf gemeinsame Initiative des Landkreises Müritz und des Nationalparkamtes existierte seit September 1999 zu den Themen Bauen und Verkehr eine ständige Arbeitsgruppe, an der die Ämter Waren-Land und Rechlin, die Bürgermeister von Rechlin und Kargow, der Landkreis Müritz, der Zweckverband der Nationalparkanliegergemeinden sowie das Nationalparkamt Müritz beteiligt waren. Bedauerlicherweise hat seit August 2001 diese Arbeitsgruppe nicht mehr getagt.

Diese Arbeitsgruppe suchte nach unterschiedlichen Lösungen, wobei die sog. „Maut-Variante“ anfangs auch priorisiert wurde. Für eine Umsetzung wurde damals jedoch keine rechtliche Grundlage gefunden. Als gemeinsam getragener Lösungsvorschlag wurde sich dann auf das Pilotvorhaben „Berechtigte frei“ geeinigt, wobei sich auf den Kreis der Berechtigten und damit den Inhalt der Allgemeinverfügung einvernehmlich verständigt wurde.

Das Schild „Berechtigte frei“ wurde im Herbst 2001 durch die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises beim Wirtschaftsministerium M-V als Oberster Verkehrsbehörde beantragt und durch dieses nach Aussagen des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr auch genehmigt. Einer Kontrolle der Wirksamkeit dieser Regelung stimmten die zuständigen Ämter bereits zu.




Das Nationalparkamt Müritz kann mit verschiedenen Lösungen leben, wenn dabei gewährleistet wird, dass es wirklich zu einer wirksamen Verkehrsberuhigung im Sinne der Ruhe suchenden Urlauber und der Natur im Nationalpark kommt.

„Die Diskussion der letzten Wochen hat deutlich gemacht, dass zur Lösung eines solch komplexen Problems eine sachbezogene Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig ist. Schließlich geht es hier nicht um eine Polarisierung zwischen Naturschutz und Wirtschaft, sondern um Entwicklungsmöglichkeiten einer der herausragendsten Tourismusregionen Deutschlands.“ so Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes Müritz abschließend.