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18. Juli 2011
Erneuerbare Energien – nachwachsende Rohstoffe im Elbetal

Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV lädt am 6. August zum Vortrag auf den Töpferhof nach Hohenwoos ein.

[Hohenwoos] Im Rahmen der monatlichen „Brotbacktage auf dem Töpferhof Hohenwoos“ am Samstag, 6. August, lädt die Verwaltung des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-MV und der Förderverein „Biosphäre Elbe MV“ e.V. zusammen mit Fritz Döscher um 14.00 Uhr zum Vortrag „Erneuerbare Energien – nachwachsende Rohstoffe im Elbetal“ ein. Um Anmeldung wird gebeten.

Für die Untere Mittelelbe spielt das Thema Energie bereits seit Jahrzehnten eine besondere Rolle: Unweit der Elbe in Gorleben wird noch immer die bisher einzige deutsche Atommüll-Endlagerstätte untersucht und schon vor der Atomkatastrophe von Fukushima war das pannenträchtige Atomkraftwerk Krümmel bei Geesthacht abgeschaltet. Deutschland steht momentan vor einem grundlegenden Umbau seiner Energieversorgung: Schrittweise wird bis spätestens Ende 2022 vollständig auf Atomstrom aus heimischen Atomkraftwerken verzichtet. Das bedeutet, dass der bereits begonnene Umbau der Energieversorgung beschleunigt wird, wobei der Klimaschutz und Erneuerbare Energien entscheidende Faktoren sind.
Dieser Entwicklung folgend, gewinnt im Elbetal vor allem die Produktion von Biomasse mehr und mehr an Bedeutung. In den immer häufiger anzutreffenden Biogasanlagen werden neben einem Gülleanteil vornehmlich Mais und Getreide oder Grassilage als Substrat genutzt. Gerade in Zeiten mit stark schwankenden und zu niedrigen Preisen für landwirtschaftliche Produkte dient der subventionierte Betrieb von Biogasanlagen daher oft als zweites Standbein sowohl für die Betreiber als auch für die Landwirte, die Energiepflanzen liefern.
Mit dem massiven Anstieg der Anbaufläche und der Konzentration der Flächen um die Biogasanlagen gerät die Kultur von „Energiemais“ jedoch zunehmend in die öffentliche Diskussion. Von Seiten des Natur- und Umweltschutzes werden unter anderem hoher Wasserbedarf und Nitratbelastung des Grundwassers, die Gefahr der Bodenverdichtung und der Humuszehrung sowie eine Verringerung von Lebensräumen für Tiere und Pflanzen hervorgehoben. Um die Auswirkungen auf die Artenvielfalt durch den zunehmenden Maisanbau zu ermitteln, werden im Rahmen eines vom Bundesumweltministerium (BMU) geförderten Forschungsprojektes „neue“ Energiepflanzen und alternative Anbauvarianten im Elbetal auf ihr ökonomisches und ökologisches Potential hin untersucht.

In ihrem ca. 45 minütigen Vortrag informiert Referentin Dr. Krista Dziewiaty einleitend über Vor- und Nachteile möglicher Erneuerbarer Energien wie Solar-, Wind- und Geothermienutzung. Die Biologin Dziewiaty lebt im Elbetal auf einem eigenen landwirtschaftlichen Hof und hat u.a. für das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe den Leitfaden „Bioenergie und Naturschutz“ verfasst. Daher liegt der Vortragsschwerpunkt auf dem verstärkten Einsatz der Bioenergie und den verschiedenen Möglichkeiten des Biomasseanbaus sowie auf den Maßnahmen, wie in der Flusslandschaft Elbe Biogas und Biodiversität besser in Einklang zu bringen sind.
Für die Raumplanung wird um Anmeldung bis zum 5. August bei der Biosphärenreservatsverwaltung gebeten (Tel. 038847-624840). Anschließend wird ausreichend Zeit für Fragen, Diskussionen sowie Kaffee und Kuchen bleiben und natürlich für den weiteren Besuch des Brotbacktages, der bis 17.00 Uhr andauert. Weitere Infos unter www.toepferhof-hohenwoos.de .