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13. Juli 2011
Wie steht’s um die Qualität im Müritz-Nationalpark?

Die Verwaltung des Müritz-Nationalparks nimmt derzeit freiwillig an einer bundesweiten Initiative zur Überprüfung der Managementqualität in den deutschen Nationalparks teil. Dazu hat ein Fachkomitee aus Vertretern von Land und Bund, von Universitäten und Na-turschutzverbänden, aus Nationalparks sowie vom Dachverband der Nationalen Natur-landschaften den Nationalpark bereist.

Während der zweitägigen Evaluierung wurden Gespräche mit Mitarbeitern der Parkver-waltung geführt und Handlungsansätze für Verbesserungen diskutiert. Im Rahmen einer Exkursion konnte sich das Komitee ein Bild über Informationseinrichtungen und verschie-dene Managementstrategien machen. Einschätzungen von Interessensvertretern der Landnutzer, Gemeinden, des Tourismus und der Naturschutzverbände ergänzten den Ablauf. Seitens des Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Meck-lenburg-Vorpommern begleitete Dr. Bernd Schumacher das Evaluierungsgespräch. Im Vorfeld hatte die Nationalparkverwaltung einen umfangreichen Fragebogen ausgefüllt, der von einem unabhängigen Planungsbüro ausgewertet worden war.

„Das Komitee wird jetzt einen Bericht erstellen und die Ergebnisse und Empfehlungen dem Park und dem zuständigen Landesministerium übergeben.“ berichtet Projektleiter Karl Friedrich Sinner. Darüber hinaus betont Sinner: „Ziel ist es, die Qualität des Mana-gements langfristig zu sichern und zu steigern, um Aufgaben wie Naturschutz, Forschung und Bildung sowie umweltgerechte Regionalentwicklung effektiv umsetzen zu können.“

„Wir sind gespannt auf die Ergebnisse der Evaluierung und erhoffen uns für unsere tag-tägliche Arbeit wertvolle Anregungen“ führt Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes Müritz aus.

Teilnehmer des Vor-Ort-Komitees waren: Dr. Volker Scherfose (Bundesamt für Natur-schutz), Sylvia Wagner (Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Nordrhein-Westfalen), Prof. Stefan Heiland (TU Berlin), Prof. Kai Tobias (TU Kaiserslautern), Wolfgang Fremuth (Naturschutzverbände; Zoologische Gesellschaft Frankfurt/Main), Manfred Bauer (AG Na-tionalparke, EUROPARC Deutschland), Holger Wesemüller (Vorstand, EUROPARC Deutschland), Karl Friedrich Sinner (Projektleitung, EUROPARC Deutschland) und Andrea Hoffmann (Projektkoordination, EUROPARC Deutschland).



Hintergrund:
Zur Überprüfung der Managementeffektivität von Nationalparks sind in einem mehrjähri-gen Prozess Qualitätskriterien und -standards in zehn Handlungsfeldern entwickelt wor-den. Damit kann nunmehr in Deutschland in den drei Schutzkategorien – Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten – auf anspruchsvolle Qualitätsstandards zurückge-griffen werden. Den Fragenkatalog „Qualitätskriterien und -standards für deutsche Natio-nalparke“ finden Sie online unter www.nationale-naturlandschaften.de/infothek.

In den kommenden Monaten führt das Evaluierungskomitee die Überprüfung in den rest-lichen der 14 deutschen Nationalparks durch. Der Nationalpark östlich der Müritz ist be-reits der elfte evaluierte Park. Angestoßen wurde diese Initiative von EUROPARC Deutschland. Neben Finnland ist Deutschland weltweit eines der wenigen Länder, das eine Evaluierung all seiner Nationalparks durchführt.

Unterstützt wird die erstmalige Evaluierung der deutschen Nationalparks im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Anwendung von Qualitätskriterien und
-standards zur Evaluierung der deutschen Nationalparke“ vom Bundesamt für Natur-schutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsi-cherheit (BMU) im Zusammenwirken mit den Ländern und EUROPARC Deutschland.

Weitere Informationen: www.europarc-deutschland.de/freiwillige-evaluierung-der-deutschen-nationalparks