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10. März 2011
Wissenschaftler bitten um Mithilfe

Am Fürstenseer See im Müritz-Nationalpark (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) laufen derzeit spannende Forschungsarbeiten. Die Wissenschaftler vom Deutschen Geoforschungszentrum in Potsdam erhoffen sich hier neue Erkenntnisse zur langfristigen Entwicklung der Seen unserer Region. Sie sind wichtig, um die aktuelle und zukünftige Entwicklung zu verstehen, zu bewerten und praktische Maßnahmen veranlassen zu können. In diesem Zusammenhang bitten die Potsdamer Forscher um Mithilfe aus der Bevölkerung.

Da die Wasserstandsmessungen für den Fürstenseer See nur bis in die 1980er Jahre reichen, sind die Experten für Aussagen zum Seespiegel für den Zeitraum davor unter anderem auf Fotos angewiesen. Während aus den 1970er-80er Jahren bereits einige Seeuferansichten verfügbar sind, ist der Zeitraum davor bislang nur durch wenige Fotos dokumentiert. Daher sind entsprechende Aufnahmen vor 1980 aus privaten Sammlungen sehr willkommen. Die Fotooriginale werden durch die Forscher gescannt und dann selbstverständlich den Besitzern zurückgegeben. Von Interesse sind dabei nicht nur Ansichten der Ufer des Fürstenseer Sees und benachbarter Gewässer, wie z.B. Domjüchsee, Zwirnsee, Großer Kulowsee, sondern auch Aufnahmen, die die historische Landnutzung im Umfeld zeigen. Dabei ist z.B. an Flößen von Holz im sogenannten Floßgraben, Grünland-, Wald- und Erholungsnutzung, Meliorationsarbeiten sowie Wassermühlen zu denken. Wer in seinem privaten Bestand entsprechende Fotos hat und diese den Forschern zur Verfügung stellen möchte, wird gebeten, sich damit an Dr. Knut Kaiser zu wenden:

E-Mail: kaiser@acatech.de
Tel: : 0331-2882830
Deutsches Geoforschungszentrum
Telegrafenberg
14473 Potsdam

Seit etwa 25 Jahren sinkt der Wasserspiegel des Fürstenseer Sees südlich von Neustrelitz. Der Seespiegel fiel in dieser Zeit um etwa einen Meter. Die Ursachen für die Seespiegelsenkung der letzten Jahrzehnte sind vielfältig. Neben der Veränderung des Klimas im 20./21. Jahrhundert sind die Folgen land- und forstwirtschaftlicher Entwässerungen sowie die Auswirkungen der vorherrschenden Kiefer-Monokulturen auf den Landschaftswasserhaushalt zu berücksichtigen.

Die Frage, warum der Fürstenseer See seit Jahrzehnten sein Wasser verliert, ist ein Schwerpunkt eines aktuellen Forschungsprojektes des Deutschen Geoforschungszentrums in Potsdam. Durch hydrologische und geologische Untersuchungen soll geklärt werden, wie sich der Landschaftswasserhaushalt verändert hat und wie er sich möglicherweise entwickeln wird.

Für den Fürstenseer See werden die konkreten Daten zwar erst erarbeitet. Doch führt Dr. Knut Kaiser bereits jetzt aus: „Die Wasserspiegelsenkung ist nicht auf die in den 1990er Jahren durch das Nationalparkamt Müritz durchgeführte Abdämmung des Schweingartensees zurückzuführen.“ Kaiser ergänzt: „Der Fürstenseer See erhält sein Wasser vor allem aus dem Grundwasserzufluss. Der oberflächige Zulauf hingegen ist und war auch in der Vergangenheit verschwindend gering.“