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15. September 2010
Ins Leben gerufen: Kuratorium für das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV

[Lübtheen/Boizenburg/Dömitz] Für die erfolgreiche Weiterentwicklung des mecklenburgischen Naturparks zu einem Biosphärenreservat nach Landesrecht und zu einer gemeinschaftlichen Regionalentwicklung haben die Akteure der Elberegion und das Amt für das Biosphärenreservat eine wichtige Voraussetzung geschaffen. Den Vorsitz des am 31. August ins Leben gerufenen „Kuratoriums für das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV“ führt der Landrat des Landkreises Ludwigslust, Rolf Christiansen. In das 25-köpfige Kuratorium wurden Vertreter aus dem Landkreis, den beteiligten Ämtern und Städten, den verschiedenen Verbänden aus Land- und Forstwirtschaft, Naturschutz, Tourismus sowie der Wirtschaftsförderung, sowie ein berufener Bürger und ständige Gäste berufen. Die Aufgabe des Kuratoriums ist die Beratung und Unterstützung der Biosphärenreservatsverwaltung bei der nachhaltigen Entwicklung der mecklenburgischen Flusslandschaft Elbe. Dabei sollen die Interessen der Region und der verschiedenen Interessensgruppen zwischen Boizenburg, Lübtheen und Dömitz gegenüber den staatlichen Ebenen und der Biosphärenreservatsverwaltung verdeutlicht werden. Das zweimal jährlich tagende Kuratorium bietet zudem eine ideale Gelegenheit für eine parteiübergreifende Informationsmöglichkeit der Akteure und schafft damit die nötige Transparenz für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit. Nur durch solch ein „Miteinander“ ist eine gemeinsame und möglichst ausgewogene regionale Entwicklung im Sinne des „Weltnetzes der Biosphärenreservate“ im UNESCO-Programm „Mensch & Biosphäre“ umzusetzen.
„Die ausgewogene Besetzung des Kuratoriums spiegelt die Vielfalt der Interessensgruppen und der Aufgaben des Biosphärenreservates wider“, stellte Landrat Rolf Christiansen bei der Gründungsveranstaltung im Ollen Amtsgericht in der Lindenstadt Lübtheen fest. So gehören zu den 19 Mitgliedern des Kuratoriums neben dem Landrat des Landkreises Ludwigslust und Vertretern der Ämter Boizenburg-Land, Dömitz-Malliß, Hagenow-Land, Zarrentin sowie der Städte Boizenburg/Elbe, Lübtheen und Dömitz auch Interessensvertreter vom Förderverein Naturpark Mecklenburgisches Elbetal e.V., Kreisbauernverband Ludwigslust e.V., Landesanglerverband e.V. (als Vertreter der nach § 29 anerkannten Naturschutzverbände), Regionalen Planungsverband Westmecklenburg, Tourismusverband Mecklenburg-Schwerin e.V., von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Landkreis Ludwigslust mbH und einer berufenen Einzelpersonen. Darüber hinaus werden sechs ständige Gäste ins Kuratorium geladen, die das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz, das Amt für das Biosphärenreservat (AfBR), das Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Westmecklenburg (StALU), das Amt für Raumordnung und Landesplanung Westmecklenburg sowie die Landesforst Mecklenburg-Vorpommern vertreten. Für ausgewählte Sachthemen können außerdem weitere Gäste mit entsprechenden Fachkenntnissen eingeladen werden. Amtsleiter Klaus Jarmatz betonte während der ersten Versammlung, dass die Vertreter der Institutionen die Weitergabe von wesentlichen Ergebnissen und Beschlüssen des Kuratoriums in ihre Einrichtungen gewährleisten sollen: „Die Bedeutung dieser wichtigen Informationsweitergabe für eine gemeinsame und vertrauensvolle Zusammenarbeit wird in der Kuratoriumssatzung durch einen eigenen Paragraphen zum Ausdruck gebracht“.
Über die drei Funktionen des Biosphärenreservats „Schutz“, „Regionalentwicklung“, „Forschung, Umweltbildung und Kommunikation“ und über den aktuellen Stand der Entwicklungen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-MV berichtete Anke Hollerbach, Dezernentin für die Flusslandschaft Elbe. Aufgrund der Evaluierung des länderübergreifenden Biosphärenreservats Flusslandschaft Elbe im Jahr 2007 durch die UNESCO ist dem mecklenburgischen Teilgebiet der Abbau einiger Defizite im Bereich Regionalentwicklung, Gebietssicherung und im Bereich Forschung und Umweltbildung nahe gelegt worden. „Wenn die Region das Qualitätssiegel ´UNESCO-Biosphärenreservat‘ behalten möchte, kann das nur über die Ausweisung des Biosphärenreservates nach Landesrecht geschehen, also über einen Gesetzentwurf“, so Hollerbach. Der Abbau weiterer Defizite wird auch Thema der nächsten Sitzungen des Kuratoriums sein. Themenschwerpunkt dieser Sitzung war die Förderung der Regionalvermarktung. Mit dem Beschluss eines Vergaberats für das Projekt „Partner des Biosphärenreservats“ schuf das Kuratorium eine wichtige Grundlage für die weitere Entwicklung.