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2. September 2010
Elbtal statt Donauwellen

Internationale Naturschutz-Fachleute zu Besuch im länderübergreifenden UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe.
Eine Gruppe südosteuropäischer NaturschutzexpertInnen aus dem Donau-Raum war am 31. August zu Gast bei der Biosphärenreservatsverwaltung Flusslandschaft Elbe-MV in Boizenburg/Elbe. Dort begrüßte die Dezernentin für die Flusslandschaft Elbe, Anke Hollerbach, die Exkursionsgruppe auf dem Aussichtsturm Elwkieker. Im Rahmen einer Präsentation wurden die Aufgaben und Ziele bei der Entwicklung des mecklenburgischen Naturparks zum Biosphärenreservat nach Landesrecht näher erläutert. Anke Hollerbach stellte einige laufende und geplante Projekte vor und verdeutlichte dabei die Bedeutung der gemeinsamen Projektentwicklung und Umsetzung mit den Kommunen, Verbänden und Biosphärenreservats-Partnern. Auf besonderes Interesse stießen außerdem die Themen des mecklenburgischen Ranger-Systems zur Schutzgebietsbetreuung, das Thema Wildtiermanagement sowie die Möglichkeiten der EU-Förderung im Biosphärenreservat.
Die acht noch jungen NaturschutzexpertInnen stammen aus den Donau-Anrainerstaaten Bulgarien, Kroatien, Moldawien, Rumänien und Serbien. Ihr gemeinsames Interesse gilt der Donau und den europäischen Flusslandschaften. Das Förderprojekt „NatuRegio floodplains“ ermöglicht den Nachwuchskräften einen fünfwöchigen Aufenthalt in Deutschland, der mit einem Fachenglisch-Kurs beginnt. Es folgt ein ausgiebiges Exkursionsprogramm, das die TeilnehmerInnen zunächst an die Elbe, dann an die Donau und schließlich an den Rhein führt. Zahlreiche Wissenschaftler und Praktiker erläutern und diskutieren den hiesigen Umgang mit Flusslandschaften. Hochwassermanagement, Deichrückverlegungen, Schadstoffbelastungen oder die naturschutzgerechte Bewirtschaftung von Flussauen sind nur einige der vorgesehenen Themen. Weitere 16 Gäste aus Südosteuropa werden im Laufe des nächsten Jahres im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe erwartet.
Über das Exkursionsprogramm hinaus bekommen die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, eigene Naturschutzprojekte zu entwickeln und in ihrem jeweiligen Herkunftsland umzusetzen. Darüber hinaus organisieren sie eine internationale Fachtagung an der Donau, die die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Fachleute vor Ort intensivieren soll.
Das Projekt wird von der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA) koordiniert. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, die Alfred Toepfer Stiftung sowie die Michael Otto Stiftung machen das Projekt finanziell möglich.