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26. Januar 2010
Nutzung des Useriner Sees geregelt

Mit der Veröffentlichung im „Strelitzer Echo“ tritt Ende Januar 2010 eine Allgemeinverfügung zur Nutzung des Useriner Sees in Kraft. Damit regelt das Nationalparkamt Müritz die einzelnen Nutzungsmöglichkeiten auf dem im Nationalpark gelegenen See.

Demnach kann der Useriner See als Teil der Wasserwanderstrecke „Obere Havel“ weiterhin mit Ruder- und Paddelbooten ohne zahlenmäßige Begrenzung befahren werden. In Bezug auf das Befahren mit Segeljollen gilt eine Obergrenze von 25 Booten, wobei die Segelfläche auf maximal 15 m² begrenzt ist. Das entspricht dem aktuellen Bestand. Dabei sind die Segeljollen der Bewohner und auch die von Gästen des Campingplatzes berücksichtigt. Diese Obergrenze ist ein Gesamtkontingent, d. h. sie ist nicht personen- oder bootsgebunden. Segeljollen bis zu einer Segelfläche von 4 m² bleiben dabei unberücksichtigt, d. h. sie zählen nicht mit. Nach dem ursprünglichen Plan sollten lediglich fünf Segeljollen zugelassen werden. Wind- oder Kitesurfen ist nicht erlaubt.

Für die Nordspitze des Sees gilt aus Gründen des Naturschutzes ein ganzjähriges Befahrensverbot. Am Westufer ist ein kleines Gebiet um die Halbinsel Bockhorst nicht zu befahren. Ursprünglich war hier zunächst eine ganzjährige, später eine zeitlich befristete Sperrung eines 100 m breiten Streifens entlang des gesamten Westufers nördlich des Campingplatzes vorgesehen. Zusammen dürfen somit nur noch ca. 15 % der Seefläche nicht befahren werden. Damit sollen im Sinne der Nationalpark-Verordnung Störungen der Tier- und Pflanzenwelt minimiert bzw. weitgehend störungsfreie Rückzugsräume gesichert werden. Im Schilf am Nord- und Westufer brüten im Frühjahr zahlreiche, geschützte Vogelarten, wie z. B. die Große Rohrdommel und Haubentaucher. Außerdem befinden sich insbesondere im flachen nördlichen Teil des Sees die Laichgründe und Aufzuchtgebiete für viele Fischarten in Form von oberflächennahen Wasserpflanzen und der sog. Schwimmblattzone. In der Nähe des Nordufers brüten außerdem Seeadler.

Fast am gesamten Ostufer und im Bereich des Campingplatzes C59 darf geangelt werden. Außerdem ist das Angeln auf der gesamten Seefläche mit Ausnahme der o. g. geschützten Bereiche vom Boot aus zugelassen.

Mit der Allgemeinverfügung werden auch die drei vorhandenen öffentlichen Badestellen und Wasserwanderrastplätze sowie die zwei bereits genutzten Bootseinsatzstellen ausgewiesen.

Die gesetzlichen Vorgaben erfordern die Ausweisung der Gewässernutzung im Müritz-Nationalpark. Die für den Useriner See getroffenen Regelungen entstanden im Ergebnis von wissenschaftlichen Untersuchungen und eines über zweijährigen Diskussions- und Abstimmungsprozesses zwischen dem Nationalparkamt Müritz, der Gemeinde, der Useriner See Initiative und anderen Ämtern.

„Für den Useriner See galt es einen Kompromiss zwischen den Anforderungen des Nationalparks und den Interessen der Nutzer zu finden. Mit der nun geltenden Regelung ist das Nationalparkamt Müritz den Nutzern des Useriner Sees so weit wie möglich entgegengekommen.“ betont Ulrich Meßner, Leiter des Nationalparkamtes abschließend.