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2. März 2009
Nationalpark leistet wichtigen Beitrag zum Artenschutz

Anlässlich des Internationalen Tages des Artenschutzes am 3. März 2009 weist das Nationalparkamt auf die Bedeutung des Müritz-Nationalpark für den Artenschutz hin. Dabei sind insbesondere jene Gebiete wichtig, wo schon seit längerem oder im Laufe der fast 20 jährigen Nationalpark-Entwicklung auf menschliche Eingriffe verzichtet wurde. Das trifft im Nationalpark für Wälder ebenso wie für Seen und Moore zu.

Hätte der Mensch in Europa die Wälder nicht gerodet, wäre heute unser Land vornehmlich mit Buchenwald bewachsen. Im Müritz-Nationalpark gehören die Buchenwälder um Serrahn zu den wenigen Relikten für diese ursprüngliche Vegetation. Mit ihrem urwaldartigen Charakter haben diese Wälder eine europaweite und weltweite Bedeutung für die Artenvielfalt und das Naturerbe. Das im Februar 2007 im Müritz-Nationalpark begonnene Nominierungsverfahren zur Aufnahme der Serrahner Buchenwälder in das UNESCO-Weltnaturerbe ist ein deutliches Signal zum Erhalt der Biodiversität.

Für die Artenvielfalt in den Seen sei beispielgebend der Deutsche Edelkrebs genannt. Seit Sommer 1998 wurden die Gewässer im Nationalpark auf das Vorkommen dieses sehr seltenen Krustentieres untersucht. Er kommt nachweislich in drei Gewässern vor. Das Nationalparkamt widmet sich intensiv seinem Schutz. Der Edelkrebs ist durch die aus Nordamerika eingeschleppte Krebspest vom Aussterben bedroht, die durch den Kamberkrebs übertragen wird. Letzterer stammt ebenfalls aus Amerika und breitet sich stark aus. Er erkrankt nicht an der Krebspest.

Im Bereich der Moore wirken sich die Renaturierungen der vergangenen Jahre positiv für die Artenvielfalt aus. Als Beispiel sei die Libellenfauna im wiedervernässten EU-LIFE-Gebiet genannt. Im Zuge des Wasserstandsanstieges nahm die Zahl der Großlibellen am Zotzensee von 22 auf 25 zu. Kamen um den im Projektgebiet gelegenen Tannensee früher keine Großlibellen vor, so wurden im letzten Jahr dort 11 Arten nachgewiesen. Darunter die seltenen Libellen Große Moorjungfer und Zierliche Moorjungfer.

Nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse leben im Schutzgebiet 54 Säugetierarten, 215 Vogelarten, 16 Reptilien- und Amphibienarten, 26 Fischarten, 673 Schmetterlingsarten, 171 Laufkäferarten, 51 Libellenarten, 23 Heuschreckenarten 193 Spinnenarten, 910 Gefäßpflanzenarten, 749 Pilzarten, 131 Moosarten, 167 Flechtenarten und 17 Arten der Armleuchteralgen. Das Vorkommen vieler Artengruppen im Nationalpark ist dabei noch nicht erschöpfend wissenschaftlich dokumentiert.

Deutschlandweit gibt es zur Zeit etwa 48.000 Tier- und 28.000 Pflanzenarten. Allerdings sinkt der Artenreichtum in Deutschland und weltweit schneller als die Wissenschaftler Arten neu entdecken und beschreiben können. Die Gründe dafür sind vielfältig. Häufig sind der Lebensraumverlust und die Verdrängung einheimischer Arten durch neue Arten maßgeblich am Artenrückgang Schuld.
Aber es spielt auch der Klimawandel ein wichtige Rolle bei dem Verlust von vielen Tier- und Pflanzenarten.

Der Internationale Tag des Artenschutzes wurde 1973 erstmals begangen. Damals wurde am 3. März das Washingtoner Artenschutzabkommen beschlossen.

„Der Müritz-Nationalpark trägt durch den hier praktizierten konsequenten Schutz der Natur zum Erhalt der biologischen Vielfalt bei. Angesichts des weltweit rasanten Artensterbens ein kleiner, aber wichtiger Beitrag.“ erklärt Amtsleiter Ulrich Meßner. „Immerhin hat sich Deutschland international dazu verpflichtet, bis 2010 das Artensterben zu stoppen.“ so Meßner weiter.