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5. März 2002
Auch im Müritz-Nationalpark nach Sturmtief „Anna“ Windwurf zu verzeichnen

In der vergangenen Woche fegte das Sturmtief „Anna“ über Mecklenburg-Vorpommern und hinterließ seine Spuren auch in den Wäldern des Müritz-Nationalparkes. Nach ersten Begehungen vor Ort konnten die Mitarbeiter des Müritz-Nationalparkamtes mittlerweile das Ausmaß einschätzen: Im Nationalpark wurden weniger als fünf Hektar durch den Sturm im Bestand aufgelockert, es kam auf einer Fläche von ca. einem Hektar westlich der Ortschaft Klockow zu einem flächigen Windwurf und es waren darüber hinaus an verschiedenen Orten Einzelbäume betroffen. Der Sturm brachte in erster Linie Kiefern und Birken und vereinzelt Fichten und Douglasien zu Fall.

Unmittelbar nach dem Sturm wurden die betroffene Bahnlinie Berlin - Rostock und der Verbindungsweg von Klockow nach Kargow wieder geöffnet. Außerdem wurden die noch benötigten Waldwege frei gemacht.

Die Flächen liegen vorwiegend in der Kategorie A gemäß der Waldbehandlungsrichtlinie für den Nationalpark. Diese Waldbestände erfahren keine weitere Behandlung mehr und werden der natürlichen Entwicklung überlassen. Das betrifft folgerichtig auch die Flächen, die vom Sturm getroffen wurden, was bedeutet, dass die geworfenen Bäume und Äste in diesen Bereichen liegen bleiben.

Allerdings leitete das Nationalparkamt ein Sofortprogramm zur Überwachung der Flächen ein. Hier soll zukünftig die Vegetationsentwicklung nach dem Sturm-Ereignis beobachtet werden. Außerdem werden die Mitarbeiter des Nationalparkamtes in Bezug auf die Entwicklung von Käferpopulationen einen Blick auf diese Flächen werfen. In Abstimmung mit dem Landesamt für Forsten und Großschutzgebiete wird demzufolge auch die sogenannte forstsanitäre Situation beobachtet.

„Es ist interessant, dass beim Windwurf keine Regeln zu erkennen sind und auch stärkere, vitale Bäume zu Fall kamen“ resümiert Ulrich Messner, Leiter des Nationalparkamtes, das Ereignis und fügt hinzu: „Ein solcher Sturm ist ein Naturereignis, welches entscheidend zur Dynamik in der Waldentwicklung beiträgt und nur der Schutz als Nationalpark gibt uns die einmalige Chance, diese Entwicklung zu beobachten.“

Auf Anfrage werden per E-Mail Fotos vom Windwurf sowie von den gesicherten Wegen zugesandt.