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25. September 2008
Botaniker untersuchen Flächen bei Müritzhof

Vor kurzem trafen sich Mitglieder der Fachgruppe Botanik Waren (Müritz), um zur Spuklochkoppel bei Müritzhof (Landkreis Müritz) zu fahren und den Baltischen Enzian (Gentianella baltica) zu kartieren. Die Fachgruppe zählte diesmal auf der Mähwiese 21 Exemplare dieser vom Aussterben bedrohten Pflanzenart. Mecklenburg-Vorpommern besitzt beim Erhalt der seltenen, auf wechseltrockenen Moorwiesen wachsenden Pflanze eine hohe Verantwortung.

Die Zahlen der gefunden Enziane variierten laut Fachgruppe in den letzten Jahren sehr stark. So wurden auf der Mähwiese 2007 66 blühende und fruchtende Exemplare gezählt. 2006 konnten nur zehn Pflanzen registriert werden, 2005 hingegen 168 und 2004 sogar 719. In den Jahren 1995 bis 2002 lagen die Zahlen zwischen eins und 123.
Anhand dieser Zahlen wird deutlich, dass Schwankungen des Bestandes nichts Ungewöhnliches sind. Dennoch schließt die Fachgruppe insgesamt einen Rückgang der seltenen Enzianart nicht aus. Sie empfiehlt, die Entwicklung auf jeden Fall weiter zu beobachten. Der Baltische Enzian ist auf eine Verwundung des Bodens angewiesen, die die Keimung begünstigt. Der extrem trockene Mai könnte ebenfalls zum Rückgang in diesem Jahr beigetragen haben.
Neben dem Baltischen Enzian konnten bei der Exkursion der Fachgruppe der diesmal zahlreich vorhandene Sumpf-Enzian (Gentianella uliginosa), das grazile weiß blühende und stark gefährdete Sumpfherzblatt (Parnassia palustris), das stark gefährdete Echte Fettkraut (Pinguicula vulgaris), ein großer Teppich des stark gefährdeten Kriechenden Scheiberichs (Apium repens), eine für diese Jahreszeit ungewöhnlich blühende Sumpfdotterblume (Caltha palustris) sowie viele andere mehr oder weniger seltene Pflanzenarten gefunden werden.
Die Hobbybotaniker der Fachgruppe sind mit viel Herzblut dabei und hoffen durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit einen kleinen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen zu können.
Wer Interesse an der Mitarbeit in der Fachgruppe hat, kann sich gerne unter folgender Telefonnummer an Jutta Gerkan wenden: 03991-7475920 bzw. 0173-9828892.

Das untersuchte Gebiet liegt in der Pflegezone des Müritz-Nationalparks, wo mittels Landschaftspflege der Erhalt des Landschaftsbildes und die Förderung einer struktur- und artenreichen Weidelandschaft angestrebt wird.