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5. August 2008
Zwergdommel im Müritz-Nationalpark beobachtet

Dem interessierten Hobbyornithologen Peter Lange aus Feldberg gelang der Nachweis der Zwergdommel an einem Gewässer bei Userin.

Die Zwergdommel ist ein Vogel, der verborgen im Schilf lebt. Er ist etwa so groß wie ein Eichelhäher und bewegt sich kletternd durchs Schilf. Er gehört in die Familie der Reiher. Das Gefieder des Weibchens ist so gefärbt, dass es sich kaum von den gelben Schilfhalmen unterscheidet. Es tarnt und schützt den Vogel vor Feinden. Obwohl die Zwergdommel tag- und nachtaktiv ist, bekommt man sie selten zu sehen. Um so erfreulicher ist es, dass Herr Lange im Juni zwei Zwergdommeln im Uferschilf beobachten konnte.

Die Zwergdommel brütet in Verlandungsbereichen von Seen, in Torfstichen und an langsam fließenden Gewässern, die mehrjährige Schilf- und Rohrkolbenbestände aufweisen und mit Weidegebüschen durchsetzt sind. Fische und Frösche stehen auf dem Speiseplan, aber auch Schnecken, Muscheln und Würmer. Den Winter verbringt der Vogel im südlichen Afrika.

In Mecklenburg-Vorpommern erreicht die Zwergdommel die nördlichste Grenze ihres mitteleuropäischen Areals. Die Verbreitungsschwerpunkte liegen im Raum der Mecklenburgischen Großseenlandschaft und des oberen Peenegebietes sowie im Peenetal und in der Nordöstlichen Heide- und Moorlandschaft.

Die Kartierungen im Zeitraum 1994 -1998 und im anschließenden Zeitraum lassen einen Gesamtbestand von unter 10 Brutpaaren in Mecklenburg-Vorpommern erwarten. Der unscheinbare Zugvogel wird zu den vom Aussterben bedrohten Brutvögeln in Deutschland gezählt und steht auf der von der IUCN geführten Roten Liste der gefährdeten Arten.