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15. Februar 2002
Erste Ergebnisse der Untersuchungen zu Laufkäfern im Müritz-Nationalpark


Seltener Glatter Laufkäfer kommt im Nationalpark mit stabiler Population vor

Im Jahr 2001 wurde im Müritz-Nationalpark mit der Erfassung von Laufkäfern begonnen. Die Untersuchungen erfolgten im Auftrag des Nationalparkamtes Müritz durch die Neubrandenburger Firma „Grünspektrum“. Sie sind Teil eines Monitoring-Konzeptes für den Nationalpark, welches vor 2 Jahren vom Nationalparkamt Müritz erarbeitet wurde. Ziel ist es, auf wichtigen Standorten, die Entwicklungsprozesse in der Natur langfristig zu beobachten.

Das Monitoring dient somit der „Betriebskontrolle“ sowohl nach innen als auch nach außen. Zum einen soll es dem Amt ermöglichen, den Erfolg eingeleiteter bzw. durchgeführter Maßnahmen zu erfassen um anschließend möglicherweise notwendige Korrekturen bei den künftigen Maßnahmen vorzunehmen. Zum anderen soll es Rechenschaft nach außen über die Entwicklung des Nationalparks ermöglichen.

Im Rahmen des Monitoring-Konzeptes wurden Leitarten ausgewiesen, zu denen die Familie der Laufkäfer gehört, da sie als ökologische Zeigerarten besonders geeignet sind.

Die Laufkäfer-Erfassung erfolgte auf sechs ausgewählten Flächen, deren Strukturen von einer Offenlandschaft über junge Kiefernbestände bis hinzu einem Buchen-Eichenwald reichten. Insgesamt konnten im Laufe der Untersuchungen (Fallenfänge und Handfänge) 107 Laufkäferarten festgestellt werden. Davon gehören 36 sog. Roter Listen (BRD und Mecklenburg-Vorpommern) an, in die gefährdete Arten eingestuft werden. Allein 6 nachgewiesene Arten gelten deutschlandweit bzw. in Mecklenburg-Vorpommern als stark gefährdet.

Der in Mecklenburg-Vorpommern gefährdete Glatte Laufkäfer* (Carabus glabratus) kommt im Nationalpark mit einer stabilen Population vor. Der flugunfähige Käfer ist Bewohner von älteren Laubwaldbeständen mit einem größeren Anteil von abgestorbenem Holz. Bisher konnte diese Art nur an drei Stellen in Mecklenburg-Vorpommern nachgewiesen werden.

„Es ist vorgesehen, die Untersuchungen im Jahr 2002 fortzusetzen“ so Herr Wolf Nüske, für Forschung und Monitoring verantwortlicher Sachgebietsleiter im Nationalparkamt Müritz abschließend.

* Foto wird auf Anfrage per E-Mail zugesandt
Mehr zum Monitoring-Konzept unter: www.nationalpark-mueritz.de