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25. April 2007
Erste Schritte zum UNESCO-Weltnaturerbe

Ein Teil der Serrahner Buchenwälder wurde vor kurzem zusammen mit vier weiteren Buchenwaldgebieten Deutschlands zur Anerkennung als Weltnaturerbe bei der UNESCO in Paris angemeldet. Die Nationalparkverwaltung schlägt insgesamt ein Buchenwald-Fläche von 244 ha im zentralen Bereich des Serrahner Teilgebietes im Müritz-Nationalpark als UNESCO-Weltnaturerbe vor. Darum soll eine ein bis zwei km breite Pufferzone eingerichtet werden, die knapp 2.142 ha umfasst.

Hätte der Mensch in Europa die Wälder nicht gerodet, wäre heute unser Land vornehmlich mit Buchenwald bewachsen. Die vorgeschlagenen Buchenwälder gehören zu den wenigen Relikten für diese ursprüngliche Vegetation. Mit ihrem urwaldartigen Charakter haben sie somit eine europaweite und weltweite Bedeutung für die Artenvielfalt und das Naturerbe. Das soll durch die Anerkennung als UNESCO-Weltnaturerbe deutlich gemacht werden.

Die im Müritz-Nationalpark vorgeschlagene Fläche wurde seit 1975 so gut wie nicht mehr genutzt. Seit der Gründung des Nationalparks im Jahr 1990 wurde hier vollständig auf eine Nutzung verzichtet und die Natur Natur sein gelassen. Seit 1998 ist das im Revier Serrahn gelegene Gebiet außerdem Jagdruhezone.

Nach Anerkennung durch die UNESCO wären die Buchenwälder das zweite Weltnaturerbe in Deutschland. Bisher wurde nur die Grube Messel in Hessen als ein solches Gebiet deklariert. Neben den Serrahner Wäldern gehören Teile des Nationalparks Jasmund auf Rügen, des Nationalparks Hainich in Thüringen und des hessischen Nationalparks Kellerwald-Edersee zum Vorschlag. Ergänzt wird die Liste durch ein Gebiet im Biosphärenreservat Schorfheide Chorin in Brandenburg.

Bis zur Anerkennung ist es ein weiter Weg. Zunächst werden 2007 und 2008 die fachlichen Grundlagen erarbeitet und ein Managementplan erstellt. 2008 erfolgt die Prüfung des Dossiers durch das Welterbezentrum. Die endgültige Entscheidung über die Anerkennung fällt im Juni 2010 das Weltnaturerbekomitee.