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8. Dezember 2006
Storchenschutzkonzept „Mecklenburgisches Elbetal“

Auf Einladung des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz in Deutschland e.V.), Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, fand heute im Vielanker Brauhaus eine Informationsveranstaltung zu einem Storchenschutzvorhaben statt. Die Projektleiterin Susanne Gerstner vom BUND und Dr. Krista Dziewiaty vom ausführenden Büro stellten das über die Gemeinschaftsinitiative LEADER+ geförderte Konzept zur Verbesserung der Nahrungsgrundlage der Störche sowie zur begleitenden Öffentlichkeitsarbeit vor. Vertreter von Behörden, Verwaltung, des Fördervereins Naturpark Mecklenburgisches Elbetal e.V. sowie der Stork Foundation waren der Einladung gefolgt und nutzten das Treffen für Anregungen und Diskussion.
Untersuchungen haben gezeigt, dass Amphibien in unseren Breiten für den Weißstorch die wichtigste Nahrung darstellen. Denn in Jahren mit Hochwässern der Elbe, die mit hohen Amphibienzahlen einhergehen, lassen sich sehr gute Bruterfolge der Weißstörche im Einzugsbereich der Elbe belegen. Im Schnitt müsste jedes Storchenpaar jedes Jahr 2 Junge großziehen, damit der Bestand erhalten bleibt. Dieser Wert wird allerdings in den meisten Jahren nicht erreicht, insofern sind dringend Maßnahmen zur Verbesserung der Nahrungssituation der Störche erforderlich.
In enger Zusammenarbeit mit Eckhard Steffen, dem Leiter des Naturparks Mecklenburgisches Elbetal, Helmut Eggers, dem Weißstorchbetreuer im Kreis Ludwigslust sowie Hartmut Heckenroth von der Stork Foundation wurden deshalb Flächen gesucht, auf denen sich die Anlage von Amphibiengewässern zur Sicherung der Nahrungsgrundlage der Störche anbietet. Auf Grundlage von Gesprächen mit den Flächeneigentümern konnten bisher drei Standorte für eine zeitnahe Gewässeranlage ermittelt werden. Für diese Flächen wurde bereits vom BUND ein Antrag auf Umsetzung der Vorhaben bei LEADER+ gestellt. Dabei handelt es sich um Flächen in Dammereez, Vielank und Woosmerhof. Angela Händler vom Hof „AS“ in Woosmerhof wünscht sich eine möglichst rasche Realisierung des Gewässers auf ihren Flächen, damit sich vielleicht sogar schon im nächsten Jahr wieder ein Storchenpaar ansiedeln kann. Um eine breite Öffentlichkeit über Schutz und Gefährdung der Störche im mecklenburgischen Elbetal zu informieren, sollen Infotafeln an den neu entwickelten Gewässern aufgestellt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt des Vorhabens ist die Einbeziehung von Kindern in das Projekt. Hier ist im Rahmen von „Tümpelpatenschaften“ eine Zusammenarbeit mit in der Nähe gelegenen Schulen und Kindergärten geplant. Die Kinder sollen bereits beim Bau des Gewässers dabei sein und soweit möglich aktiv mitwirken. Nach Fertigstellung können sie das Gewässer und seine Bewohner „unter die Lupe nehmen“ und auf regelmäßigen Erkundungsgängen dokumentieren, wie aus einer Baugrube ein Lebensraum und ein Nahrungsbiotop für den Weißstorch entsteht.
Den Abschluß der Veranstaltung bildete eine kleine Exkursion zu einem der geplanten Tümpelstandorte in Vielank.