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24. Juli 2006
Forsthaus Serrahn nach Sanierung feierlich ├╝bergeben

Am 22.7.2006 übergab Finanzministerin Sigrid Keler das Forsthaus Serrahn (Landkreis Mecklenburg-Strelitz) nach umfangreicher Sanierung an das Nationalparkamt Müritz.

Die Sanierung des im Jahre 1911 erbauten Forsthauses begann im Juni 2005. Sie erfolgte in Regie des Betriebes für Bau und Liegenschaften M-V, Geschäftsbereich Neubrandenburg. Die Sanierungskosten beliefen sich auf 551.000 Euro.

Bereits im März 2006 wurde eine Kassette mit historischen Dokumenten eingemauert. Diese Kassette wurde 1988 von Naturschützern um Erwin Hemke mit Zeitdokumenten gefüllt.

Das Forsthaus gehört zur Außenstelle des Nationalparkamtes Müritz. Im Gebäude befinden sich Dienstzimmer und Unterkünfte für Praktikanten.

Am 10.9.2006 zum Tag des offenen Denkmals wird das Haus für alle interessierten und neugierigen Besucher geöffnet. Wie damals muss man sich aber zu Fuß oder per Pedes dahin aufmachen.

Kurzer Abriss zur interessanten Geschichte:

- der alte Bau der Försterei stammt aus dem Jahr 1786 (als sog. Forstetablissement)

- der seit 1816 regierende Herzog Georg ließ außerdem 1833 am Rande der Siedlung Serrahn auf einer Anhöhe ein Jagdhaus errichten
- da im Schweizerstil erbaut, wurde es Schweizerhaus genannt
- Pfingsten 1945 wurde Schweizerhaus durch ein Brand zerstört (Augenzeugen berichten von Brandstiftung durch sowjetischen Soldaten)

- seit Mitte 19. Jahrhundert wurde Serrahn zu einem beliebten Ausflugsziel
- im alten Forsthaus wurde Gastwirtschaft mit vielen Außenplätzen errichtet
- 1907 übernahm Förster Fritz Laue die Dienstgeschäfte in Serrahn und wurde 1910 Ortsvorsteher
- seine resolute Frau „Tante Clara von Mecklenburg“ stand der Krugwirtschaft vor
- für die vielen Gäste, insb. am Wochenende, wurde der alte Bau zu klein
- Tante Clara soll dem neuen 1904 ins Amt getretenen Großherzog Adolf Friedrich V. deutlich gemacht haben, dass Serrahn als „ heilige Stätte des Landes“ bei der Erneuerung der Bauten nun auch einmal an der Reihe sei:
„ Denn seh‚nSe mal, Königliche Hoheit, hier pilgert ja nu Hoch un Niedrig zum Schweizerhaus. Denn aber kommen se allemann hier rin. Ja, uni k steh in ‘ne zujeblaakte Küche von Anno dunnemals un soll wat Jescheit servieren; -un denn die Krugstube! - Ach Jott, nee, watt ‚ ne Bude!- Sowat is in Tempelhof ‘ n Armenquartier“ (Auszug aus dem Buch „Die Wildparks Serrahn und Lüttenhagen“ von Klaus Borrmann )
- Wirkung wurde erzielt
- 1910/1911 wurde Forsthaus komplett neu aufgebaut
- es entstand Försterei mit Dienstwohnung, Gaststube und Kaffeegarten als dunkelroter Ziegelbau mit vorgezogenem Ziergebälk
- im Vergleich zu anderen Forsthäusern war „ominöses Waldschloss“ entstanden
- 1935 bis 1945 war Wilhelm Niemann Revierförster
- der jeweilige Förster hatte Schanklizenz
- mit Zweiten Weltkrieg endete vorläufig der Besucherverkehr in Serrahn
- Ende Zweiter Weltkrieg war Serrahn menschenleer
- 1948 bis 1980 war Hubert Weber Revierförster, und wohnte im Forsthaus.
- Auch Horst Prill wohnt im Forsthaus seit 1959 (und heute nach Sanierung wieder)
- 1952 wurde hier Vogelschutzstation Serrahn (später „Biologische Station“) gegründet, die bis 1992 existierte.
- Bis Ende 1995 gehörte das Forsthaus zum Forstamt Wilhelminenhof.
- Ab 1996 gehört das Forsthaus, durch die Zusammenlegung der Forst- und Nationalparkverwaltung zum Müritz- Nationalpark.