zurück
6. Juli 2006
Rallenreiher: Seltene Beobachtung in der Zotzenseeniederung

In der letzten Woche machten die Ranger M. Müller und D. Bengelsdorf während ihrer Gebietskontrolle auf der Havel-Wasserwanderstrecke eine bemerkenswerte Beobachtung. Ein kleiner reiherartiger Vogel saß im Gebüsch am Havelufer zwischen Pagel- und Zotzensee. Bis auf 10m Entfernung kamen die Mitarbeiter des Nationalparkdienstes heran. Der Vogel hatte ein ockergelbes Gefieder und zeigte beim Abflug viel „Weiß“. Wie sich beim Nachschlagen im Bestimmungsbuch herausstellte, sind dies die typischen Merkmale für einen Rallenreiher.

Dieser seltene Gast brütet in Mitteleuropa bisher nur in Ungarn. In Südeuropa und Nordafrika sowie Israel liegt sein eigentliches Brutgebiet.

Im Gegensatz zur Großen Rohrdommel ist der Rallenreiher tagaktiv und daher gut zu beobachten. Er ernährt sich überwiegend von Wasserinsekten.

Die wiedervernässte Umgebung des Zotzensees stellt für ihn einen idealen Lebensraum dar, bevorzugt er doch Niederungsbereiche mit Schilfbeständen sowie Sümpfe und strukturreiche
Gewässerufer.