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13. April 2006
Kartierung der Brutvögel im Nationalpark

Momentan werden im Müritz-Nationalpark die Brutvögel an vier Orten erfasst. Dazu machen sich zwei Mitarbeiter des Nationalparkamtes in den frühen Morgenstunden an der Binnenmüritz, den Käflingsbergen, dem Kramsbruch und am Krummen See auf und registrieren alle Vogelarten und tragen die Daten in Karten ein. Der artspezifische Gesang der Männchen macht das möglich. Insgesamt läuft die Kartierung von Ende März bis Mitte Juni. Es erfolgen 8 bis 10 Begehungen pro Fläche.

Die beiden Mitarbeiter weisen einige weitere Kollegen ein, damit diese sich zukünftig ebenfalls an der Brutvogel-Kartierung beteiligen können.

Von den Arten und der festgestellten Brutdichte kann auf den ökologischen Zustand der Wälder geschlossen werden. Viele Arten sind auf Wälder angewiesen, die ausreichend Höhlenbäume haben und wo auch abgestorbene Bäume vor Ort bleiben. Das ist gemäß dem grundsätzlichen Ziel im Nationalpark „Natur Natur sein zu lassen“ gegeben. Seltene Arten, wie Baumläufer, Zwergschnäpper und Mittelspecht kommen beispielsweise im Nationalpark vor.

Die Daten fließen auch in den Brutvogel-Atlas Deutschlands ein, der im Jahr 2008 erscheinen soll.

Bisher konnten 37 Brutvogel-Arten festgestellt werden. Bis zum Ende der Kartierung wird mit 50 Arten gerechnet. Eine Extra-Erfassung der Rufplätze wird momentan für die Große Rohrdommel vorbereitet. Die Große Rohrdommel ist akut in ihrem Bestand bedroht und steht deswegen unter strengem Schutz. Von den ca. 600 Brutpaaren in ganz Deutschland leben ca. die Hälfte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist im Müritz-Nationalpark auch für die Erfolgskontrolle im Rahmen des EU-LIFE Projekt „Moore und Große Rohrdommel an der Oberen Havel“ von großer Bedeutung.

„Brutvogel-Kartierung ist etwas für Frühaufsteher oder Verrückte. Aber die morgendliche Atmosphäre im Wald und die Begegnung mit der Natur entschädigt für die Mühe“ so zieht Claus Weber, einer der Kartierer, eine positive Bilanz.