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10. Februar 2006
Stabiles Vorkommen vom Fischotter im Nationalpark

Im Serrahner Teil des Müritz-Nationalparks wurden Mitte Januar 2006 bei einer Erfassung fünf Fischotter sicher nachgewiesen. Innerhalb eines Vormittages suchten insgesamt acht Mitarbeiter des Nationalparkamtes flächendeckend nach Spuren vom Fischotter. Die Witterung in Form von pulvrigen Neuschnee und kaum Wind kam ihnen dabei zugute. Diese Methode ermöglicht eine genaue Zählung der dämmerungsaktiven Tiere. Letztendlich wird dabei die Mindestzahl der Otter erfasst, ihre wirkliche Anzahl im Gebiet kann noch höher sein. Kurzzeitig abgewanderte oder inaktive Fischotter können bei dieser Stichprobe nicht erfasst werden.

Erstmalig wurde diese Form der Zählung im Jahr 1998 vom Nationalparkamt angewendet. Damals wurden sieben Tiere sicher nachgewiesen. Auch in den Jahren 1999 und 2003 ließ das Wetter den Nachweis zu. Es wurden jeweils Fährten von insgesamt acht Tieren gefunden.

Die Erfassung wird auch in den kommenden Wintern fortgesetzt, so bald das Wetter dies zulässt.

Wissenschaftliche Untersuchungen aus den Jahren 2003 bis 2005 ergaben, dass der Otter flächendeckend im Nationalpark vorkommt. Insbesondere an der Oberen Havel leben einige Tiere, wie eine Arbeit der Gesellschaft für Naturschutz und Landschaftsökologie Kratzeburg ergab.

Dennoch bedarf es ausreichender Schutzmaßnahmen, denn der Fischotter gehört zu den gefährdeten Arten. Insbesondere der Straßenverkehr macht ihm zu schaffen. Abhilfe bieten dabei beispielsweise Otterdurchlässe unter den Straßen. Das Nationalparkamt hat zwischen Blankenförde und Babke einen solchen gebaut.
Ein natürlicher Sterblichkeitsfaktor kann, wie momentan vorherrschend, lang anhaltender Frost sein. Sind die Flüsse und Seen zugefroren, kann der Otter als reiner Fischfresser in einen Nahrungsengpass geraten. Nun unternimmt er auch am Tage weite Wanderungen, um an offene Wasserstellen zu gelangen oder er geht sogar in Ausnahmefällen auf die Mäusejagd.

Das Wissen um das genaue Vorkommen der Fischotter ist Grundlage für die Planung und Umsetzung von Schutzmaßnahmen.