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20. Januar 2006
Wasserwanderstrecken weiterhin ohne Befahrensschein

Auch im Jahr 2006 wird es auf den Wasserwanderstrecken „Obere Havel“ und „Alte Fahrt“ im Müritz-Nationalpark keine Begrenzung der Bootszahlen pro Tag geben. Das ist ein Ergebnis einer kürzlich stattgefundenen Beratung von Vertretern der vor Ort ansässigen Kanuverleiher und Campingplatzbetreiber, Anliegergemeinden, Kanuverbände, Wasserbehörden und dem Nationalparkamt Müritz. Alle Akteure einigten sich darauf, mit guter Information, Einweisung und aktiver Besucherlenkung, Störungen des geschützten Lebensraums der Wasserwanderstrecken zu vermeiden bzw. in einem verträglichen Rahmen zu halten.

Allen Beteiligten ist daran gelegen, die im Müritz-Nationalpark gelegene Strecke langfristig für das Wasserwandern mit Kanus zu erhalten. Das Nationalparkamt Müritz hatte dazu ein Internet-gestütztes System mit kostenfreiem, nutzerfreundlichem Befahrensschein entwickeln lassen. Mit dem System könnte die Anzahl der Boote pro Tag auf ein als verträglich eingestuftes Maß festgesetzt und periodisch auftretende Spitzenbelastungen verhindert werden. „Sollte sich zukünftig die Notwendigkeit für eine Begrenzung der Bootszahlen ergeben, so steht ein besucherfreundliches System mit Befahrensschein zur schnellen Einführung bereit.“ betont Jens Brüggemann, zuständiger Dezernent beim Nationalparkamt Müritz.

Im Vergleich zu den Vorjahren gab es 2005 insbesondere zu Himmelfahrt und Pfingsten eine geringere Auslastung der Wasserwanderstrecken. Insgesamt hielten sich die Auswirkungen auf den Naturraum nach Einschätzung des Nationalparkamtes Müritz in einem tolerierbaren Bereich. Mehrere Akteure und der Zweckverband der Müritz-Nationalpark-Anliegergemeinden vertraten die Ansicht, dass in diesem und den kommenden Jahren nicht mit einem erneuten Ansteigen der Bootszahlen zu rechnen sei. Die anstehende Ausweisung der Wasserwanderstrecke im Müritz-Nationalpark als befahrbares Gewässer soll zunächst ohne die Einführung eines reglementierenden Befahrensscheins erfolgen.

Die Akteure und zuständigen Behörden vereinbarten darüber hinaus, die Entwicklung der Bootszahlen auf den Wasserwanderstrecken sowie die Auswirkungen auf die Natur weiterhin genau im Auge zu behalten und sich gegenseitig zu informieren.