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16. Januar 2006
Dem Waschbär auf der Spur

Derzeit laufen im Müritz-Nationalpark die Vorbereitung zu einer wissenschaftlichen Untersuchung über den Waschbären (Procyon lotor). Sie werden von der Universität Hamburg ab Februar 2006 im Serrahner Teil des Nationalparks durchgeführt. Die Arbeiten werden Mitte des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

Der gesellige Säuger befindet sich momentan in unserer Region in einer Phase der Ausbreitung und Vermehrung. Ursprünglich aus Nord- und Mittelamerika stammend hat der Waschbär auch in der Nationalpark-Region eine neue Heimat gefunden. Viele Umstände seiner Ausbreitung und seiner Lebensweise sind noch unbekannt. Der Nationalpark bietet insofern gute Bedingungen für eine wissenschaftliche Untersuchung, da der Waschbär hier nicht gejagt wird.

Ziel der wissenschaftlichen Untersuchungen im Rahmen einer Diplomarbeit ist es, das Auftreten des Waschbären ökologisch zu bewerten, d. h. seine Rolle im Ökosystem soll ergründet werden. Mittels Telemetrie (Besenderung einzelner Tiere) wird das Raumnutzungsverhalten erforscht. Darüber hinaus sollen Kotuntersuchungen Rückschlüsse auf das Nahrungsspektrum geben.

Die Forschung soll insgesamt einen Beitrag zur Bewertung des Auftretens von „Neuankömmlingen“ in unserer Fauna leisten. Wissenschaftlich spricht man von Neozoen. Weitere Beispiele unter den Säugetieren sind Nutria, Mink (Amerikanischer Nerz) und Marderhund.

Da Waschbären nacht- und dämmerungsaktiv sind, bekommt man sie für gewöhnlich nicht zu Gesicht. Er ist ein Allesfresser, d. h. er ernährt sich von pflanzlicher wie tierischer Nahrung. Mit den eigentlichen Bären, wie z. B. dem Braunbär, hat er verwandtschaftlich weniger zu tun. Er gehört zur Familie der Kleinbären, die mit den südamerikanischen Nasenbären verwandt sind.