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29. November 2005
Toter Seeadler erlag Vergiftung nach Verzehr bleihaltiger Munition

Vor kurzem wurde im Serrahner Teil des Müritz-Nationalpark ein toter Seeadler gefunden. Da er keine äußeren Verletzungen aufwies und die Todesursache unklar war, wurde das Tier unverzüglich an das Berliner Institut für Zoo- und Wildtierfoschung (IZW) zur Untersuchung gesandt. Diese ergab, dass das Seeadler-Männchen eine größere Anzahl bleihaltiger Schrotkugeln im Magen hatte und an Bleivergiftung gestorben ist. Der Seeadler muss die Munition mit der Nahrung aufgenommen haben.

Seeadler ernähren sich, insbesondere im Winter, auch von toten Tieren. Hierbei kann es vorkommen, dass sie Wild verzehren, welches vom Jäger nicht gefunden werden konnte. Dabei nehmen sie die bleihaltige Munition mit auf. Die starke Magensäure der Seeadler löst dann das Blei aus der Munition, was den Tieren zum Verhängnis wird. Es gelangt in die Blutbahn und wirkt dort als starkes Nervengift.
Wie die Untersuchungen des IZW aus den vergangen Jahren gezeigt hat, macht Bleivergiftung zu etwa ein Drittel die Todesursache bei den gefundenen Seeadlern aus. Es konnten dabei in den Tieren sowohl Bleischrote aber auch Bleipartikel aus Kugelgeschossen festgestellt werden.

Bei der Wildbestandsregulierung im Nationalpark kommt kein Schrot zum Einsatz, aber die Problematik der Bleivergiftung ist auch bei Kugelgeschossen gegeben. Die Häufung der Fälle und die Ergebnisse der Untersuchung des IZW nimmt das Nationalparkamt Müritz zum Anlass, den Einsatz bleifreier Munition zu prüfen. Dabei möchte das Amt intensiv mit anderen Jägern zu dieser Thematik ins Gespräch zu kommen.