zurück
28. Juni 2005
17 Brutreviere der Großen Rohrdommel im Müritz-Nationalpark

Im Ergebnis einer Erfassung der Rufplätze der Großen Rohrdommel im April und im Mai 2005 können 17 Brutreviere im Müritz-Nationalpark als sicher angenommen werden. An 13 Seen sind jeweils ein und am Zotzen- sowie Kramssee sogar jeweils 2 Rufer nachgewiesen worden.

Im Müritz-Nationalpark fanden frühmorgens am 27. April und 11. Mai 2005 Synchronerfassungen des Rohrdommelbestandes an ausgewählten 117 Gewässern statt. Die zeitgleiche Erfassung der rufenden Männchen durch mehrere Beobachter ermöglichte es, die Standorte der einzelnen Individuen zu rekonstruieren und Fehler durch umherziehende Vögel zu minimieren. Die Zählung der Brutreviere erfolgte durch insgesamt 67 Bearbeiter. Mit dabei waren Aktive der NABU – Fachgruppen Ornithologie aus Waren (Müritz) und Neustrelitz, Anwohner und Mitarbeiter des Nationalparkamtes Müritz.

Diese Form der Bestandsaufnahme fand in diesem Jahr erstmals statt und soll ein fester Bestandteil der Artenerfassung werden. Dies ist im Hinblick auf die Entwicklung der Bestände, u.a. im Rahmen des EU-LIFE Projekt „Moore und Große Rohrdommel an der Oberen Havel“, von großer Bedeutung für die Erfolgskontrolle.

Die Große Rohrdommel, mit wissenschaftlichem Namen Botauris stellaris, ist akut in ihrem Bestand bedroht und steht deswegen unter strengem Schutz.
Von den ca. 600 Brutpaaren in ganz Deutschland leben ca. die Hälfte in Mecklenburg-Vorpommern. Gemäß der FFH-Richtlinie (Flora, Fauna, Habitat) soll die Bestandsentwicklung vom Land dokumentiert werden.

Der Vogel ist dämmerungsaktiv und lebt in Schilf- und Riedgebieten, wo er schwer zu entdecken ist.
Die einfachste Methode, den Bestand an Rohrdommeln zu erfassen, besteht darin, die markanten Rufe des „Moorochsen“ zu zählen. Da pro Brutplatz nur ein Männchen ruft, kann die Anzahl der Reviere klar eingegrenzt werden.