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8. April 2005
Wiedervernässte Zotzenseeniederung ist Ausflug wert

Der beginnende Frühling macht sich auch im Gebiet des EU-LIFE-Projektes rund um den Zotzensee bemerkbar. Die Auswirkungen der Renaturierung bringen eindrucksvolle Naturerlebnisse mit sich und die geschaffene touristische Infrastruktur lädt zum Verweilen ein.

Insbesondere um die Mittagszeit balzen die Moorfrösche in den neu entstandenen Vernässungsflächen. Mit etwas Glück sieht man die blaugrauen Köpfe der Männchen aus dem Wasser hervorgucken. Kraniche stehen paarweise in den Feuchtwiesen und halten Hochzeit, das laute Trompeten ist unüberhörbar. Die Anzahl der Brutpaare sind in diesem Jahr offensichtlich höher als sonst. Dumpf klingt der Laut der Großen Rohrdommel, die gut versteckt im Schilfgürtel des Zotzensees sitzt und mit dem „Moorochsenruf“ ihr Revier absteckt. Rohrweihe und Rotmilan befinden sind auf Nahrungssuche und überfliegen das Gebiet. Graugänse schnattern an Land und auf dem Wasser.
An zwei Horsten haben die Fischadler Quartier bezogen. Von der Sichtschutzwand aus kann man beobachten, wie das Männchen seiner Frau Lebendfisch als Brautgeschenke bringt. Große Kiebitzschwärme und Hunderte von Staren nutzen die überschwemmten Bereiche der ehemaligen Wiesen zur Nahrungsaufnahme.
Hoch in der Luft sind Seeadler zu erkennen, die mit artistischen Einlagen ihre Balzflüge absolvieren.

An der Straße zwischen Babke und Granzin lädt eine barrierefrei gestaltete Besucherplattform zu einem Blick in die Zotzensee-Niederung ein. Diese Einrichtung existiert seit 2003.
Einen Blick von Norden aus in die Niederung des Zotzensees ermöglicht der 2004 eröffnete Beobachtungsturm bei Krienke. Der Turm liegt an einem Rundwanderweg, der mit einem „Grünen Baum“ gekennzeichnet ist (2,5 km lang). Insgesamt ist der Turm knapp neun Meter hoch und verfügt über zwei Beobachtungsplattformen in Höhen von 3,00 m und 5,50 m.

„Auch Rad- oder Fußwanderungen entlang des „M-Weges“ von Babke nach Granzin sowie auf dem Weg „Grüner Baum“ bei Krienke der „Ocker Schnecke“ zwischen Blankenförde und Babke lohnen sich allemal.“ empfiehlt Volker Spicher, damaliger Projektleiter des EU-LIFE-Vorhabens.