zurück
13. Oktober 2004
Beweidungsprojekt startet an der Feisneck

Ab der nächsten Woche wird am südlich von Waren (Müritz) gelegenen Feisnecksee mit dem Bau eines Zaunes begonnen. Grund hierfür ist die zukünftige Beweidung mit Schafen.

Der Weidezaun wird sich am Ostufer im Bereich zwischen dem Pfennigsberg und der sogenannten „Pumpe“ erstrecken.
Wegen der Einzäunung der Weidefläche müssen sich die Warener Bürger und Besucher aber keine Sorgen machen. Das Ostufer bleibt auf jeden Fall weiter zugänglich. An den Wanderwegen, d.h. am Pfennigsberg, an der Frohnerei und an der Pumpe werden Tore eingebaut. Sie können individuell geöffnet werden und fallen von allein wieder zu. Hunde sind im Weidebereich unbedingt an der Leine zu führen.

Die meisten Warener kennen das Gebiet, liegt es doch gewissermaßen vor der Haustür. Der Wechsel zwischen offenen Wiesen entlang des Seeufers, Trockenrasen an den Steilhängen, einzelnen Gebüschen und Bäumen sowie dem angrenzenden Wald macht den besonderen Reiz aus. Das Gebiet beherbergt darüber hinaus eine Vielzahl von Pflanzen, die z.T. sehr selten sind und die Herzen von Pflanzenkundlern höher schlagen lassen. Dies war auch der Grund, dass das Ostufer der Feisneck bereits 1979 Naturschutzgebiet wurde und heute zum Müritz-Nationalpark gehört. Entstanden ist das Ganze durch die frühere Nutzung. Vor allem war es die Beweidung die für die Offenhaltung der Landschaft sorgte. Fachleute sprechen von einer Hutelandschaft.

Die für die weitere Offenhaltung so notwendige Nutzung wurde aber ca. Mitte der achtziger Jahre eingestellt. Büsche und Bäume breiteten sich aus. Um dieser Entwicklung im Interesse des Erhalts einer einmaligen Landschaft und ihres Artenreichtums entgegen zu wirken, waren es zunächst engagierte Warener Bürger, die alljährliche Pflegeeinsätze organisierten. Per Hand wurden einzelne Flächen gemäht und Gehölze zurückgeschnitten. In den letzten Jahren kümmerten sich vor allem die Stadt- und die Nationalparkverwaltung gemeinsam darum.
Trotz aller Anstrengungen schritt die Verbuschung und Bewaldung weiter voran. Deshalb wollen das Nationalparkamt und die Stadt Waren die Wiederaufnahme der Beweidung organisieren.
Ein an diesem Vorhaben interessierter Schäfer konnte jetzt gefunden werden. Im nächsten Frühjahr soll die Beweidung beginnen. Projektpartner ist der Landschaftspflegeverband „Mecklenburger Endmoräne“ aus Kargow, er hat u. a. Fördermittel für den Zaunbau eingeworben.