zurück
1. April 2004
Müritz-Nationalpark ist erfolgreiches EU-Vogelschutzgebiet

Am 2. April 1979 und somit vor 25 Jahren trat die Europäische Vogelschutzrichtlinie in Kraft. Der Müritz-Nationalpark ist mit seiner gesamten Fläche von 32.200 ha Europäisches Vogelschutzgebiet. Er wurde als solches am 14.12.1992 ausgewiesen.

Im Müritz-Nationalpark leben eine Reihe von Arten, die europaweiten Schutz genießen, teilweise in besonders großen Vorkommen. Die Anzahl von Seeadler und Rohrdommel im Nationalpark machen mehr als 1 % der gesamten EU-Brutpopulation aus, die von Fischadler, Kranich, Tüpfelsumpfhuhn und Rohrschwirl mehr als 1 % der Brut-Vorkommen in der BRD. Aber auch für durchziehende Arten besitzt der Müritz-Nationalpark eine besondere Bedeutung. Hier seien beispielsweise Kranich, Tafel- und Reiherenten, Bläß- und Graugans genannt.

Die Vorkommen von Fisch- und Seeadler im Gebiet können als stabil eingeschätzt werden, beim Kranich ist sogar eine Zunahme zu verzeichnen. Dennoch sind weiterhin Schutzbemühungen notwendig, wie sie z. B. in Zusammenhang mit der Kranichrast vom Nationalparkamt Müritz realisiert werden. Die Rohrdommel wird von der erfolgreichen Umsetzung des EU-LIFE-Vorhabens in der Zotzensee-Niederung profitieren.

Alle aufgeführten Arten sind sog. Zielarten, deren Lebensräume erhalten und optimiert werden sollen. Dazu zählen z. B. die Erhaltung ausgedehnter Wasserröhrichte, natürlicher und naturnaher Fließgewässer, störungsfreier Wasserflächen mit gut durchlichteten und damit sauberen Wasserkörpern sowie die Erhaltung und Schaffung von Altholzarealen in den Waldgebieten.

Zusammen mit den vorgeschlagenen FFH-Gebieten bilden die Vogelschutzgebiete das europäische Schutzgebietssystem „Natura 2000“. Damit wollen die Staaten der Europäischen Gemeinschaft der ungebrochenen Bedrohung von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen in Europa Einhalt gebieten.

In Mecklenburg-Vorpommern gibt es momentan 15 Vogelschutzgebiete mit einer Landfläche von ca. 272.000 ha und einer Wasserfläche von 157.000 ha.