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27. November 2003
Serrahner Wälder stehen Pate bei naturschutzgerechter Buchenwaldbewirtschaftung

In der Zeit von Anfang 2000 bis Ende 2002 wurden die Serrahner Buchenwälder im Rahmen eines Forschungsprojektes der Landesanstalt für Großschutzgebiete des Landes Brandenburg (LAGS) intensiv untersucht. Ergebnisse dieser Forschung wurden kürzlich bei einer Abschluss - Tagung von mehr als 100 Fachleuten aus dem In- und Ausland im brandenburgischen Chorin diskutiert.

Die Naturnähe der Serrahner Wälder machen sie zu einer wichtigen Referenzfläche im Rahmen des Forschungsprojektes „Biologische Vielfalt und Forstwirtschaft – Naturschutzstandards für die Bewirtschaftung von Buchenwäldern im Nordostdeutschen Tiefland“. Hier konnte herausgefunden werden, welche Strukturen, Arten und Lebensgemeinschaften als typisch für natürliche Buchenwälder gelten können. Neben der Untersuchungen zum Waldaufbau, zur Vegetation und zur Vogelwelt wurde insbesondere die Rolle von holzbewohnenden Insekten und Pilzen in den Wäldern um Serrahn erforscht.

Die Wissenschaftler aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern konnten aus ihren Ergebnissen eine Reihe von notwendigen Maßnahmen zur pfleglichen Nutzung von Buchenwäldern ableiten. So wurde deutlich, dass für die Existenz einer vielfältigen Lebensgemeinschaft ausreichend alte Bäume, sog. Totholz und Strukturreichtum vorhanden sein müssen. Mit einer auf den Einzelbaum bezogenen Bewirtschaftung sollte nach und nach ein strukturreicherer Aufbau der Buchenwälder erreicht werden.

Die Weltverbreitung von Buchenwäldern beschränkt sich auf Mittel-, West und Südosteuropa. In Deutschland ist die Fläche der ursprünglich vorhandenen Buchenwälder auf etwa 8 % zusammengeschrumpft. Weniger als ein Viertel davon hat ein Alter von 120 Jahren erreicht und naturbelassen ist nur noch ein Bruchteil der Buchenwälder. Deutschland trägt für die Erhaltung der für Buchenwälder typischen Lebensgemeinschaften damit eine besondere Verantwortung.

„Forschung im Nationalpark dient nicht dem Selbstzweck. Sie lässt vielmehr Schlussfolgerungen für naturschutzgerechte Bewirtschaftung außerhalb des Schutzgebietes zu.“ macht Wolf Nüske, Sachgebietsleiter Forschung und Monitoring deutlich. Das jetzt abgeschlossene Forschungsprojekt ist durch seine komplexe Herangehensweise und die umfassenden Erkenntnisse bisher einmalig.