zurück
15. Oktober 2003
Kranichticket: Natur bestimmt Programm

Die Hauptakteure bei den täglichen Wanderungen zur Kranichbeobachtung machen sich rar. „ Möglicherweise sind die niedrigen Wasserstände aufgrund der monatelangen Trockenheit sowie die gute Nahrungssituation in den Brutgebieten der skandinavischen Kraniche in diesem Jahr für die Veränderung des Zugverhaltens verantwortlich“, erklärt Alf Korzetz, Sachbearbeiter für Artenschutz im Nationalparkamt Müritz, die Situation. Die hiesigen Kraniche sind in der Mehrzahl schon in Richtung Spanien aufgebrochen, doch die Masse der skandinavischen Kraniche ist bislang nicht zur Zwischenrast eingetroffen. „Eigentlich ist damit zu rechnen, dass noch ein Schwung Kraniche zur Rast in den Müritz-Nationalpark kommt, doch wissen tun wir das nicht“, so Korzetz.

Ob die in den letzten Jahren vom Besucherandrang ausgehenden Störungen auch zur Veränderung des Rastverhaltens der Zugvögel beigetragen haben, kann nicht ausgeschlossen werden, denn die meisten Kraniche rasten derzeit in für Besucher nicht zugänglichen Seebereichen. „Wir sind froh, mit dem Kranichticket in diesem Jahr eine wirksame Besucherlenkung eingeführt zu haben, die Störungen der Kraniche weitgehend vermeidet“, so Jens Brüggemann, Dezernent im Nationalparkamt Müritz.

Die beliebten Führungen ab Federow und Schwarzenhof und auch der Zubringer im Kranichbus ab Waren werden bis auf weiteres fortgeführt, denn auch mit wenigen Kranichen ist die Natur ein Erlebnis. Nicht selten sind Beobachtungen von Rotwild und anderen Zugvögeln möglich. Aber: Die Natur bestimmt das Programm! Wer jedoch mehr Kraniche erwartet hatte, kann vor Führungsbeginn ein im Vorverkauf erworbenes Kranichticket dort wieder zurück geben, wo es gekauft wurde: Waren (Müritz)-Information, Nationalparkinformationen Federow und Schwarzenhof oder Personenverkehr Müritz.

Ab 16.10. beginnen die Führungen in Federow/ Schwarzenhof um 16.00h, der für die Kranichticket-Inhaber kostenlose Kranichbus fährt dann bereits um 15.30h ab Steinmole.