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23. Januar 2003
Weg für Wiedervernässung am Zotzensee endgültig frei

Die Europäische Kommission hat kürzlich einer einjährigen Verlängerung des EU-LIFE-Vorhabens in der Zotzenseeniederung zugestimmt. Ein entsprechender Antrag war Ende letzten Jahres vom Nationalparkamt Müritz gestellt worden, da eine Klage zum Planfeststellungsbeschluss eine zeitlichen Verzögerung zur Folge hatte. Der Rechtsstreit ging zugunsten des Projektes aus und der Beschluss der Planfeststellungsbehörde ist somit rechtskräftig.

Ursprünglich sollte das von der EU geförderte LIFE-Vorhaben „Moore und Große Rohrdommel an der oberen Havel“ bis zum 31.12. 2002 umgesetzt werden.

Mit der Projektrealisierung vor Ort wurde nun begonnen. So erfolgen in diesen Tagen erste Holzungsarbeiten im Trassenverlauf des alten Havelbaches durch Mitarbeiter des Nationalparkamtes. Alle anderen Maßnahmen sollen Mitte des Jahres öffentlich ausgeschrieben werden. Das Nationalparkamt hofft auf eine rege Beteiligung am Ausschreibungsverfahren, insbesondere auch von Unternehmen aus der unmittelbaren Region.

Baubeginn ist für Anfang August 2003 vorgesehen. „Zu diesem Zeitpunkt sind Jungvögel wie z.B. die des in der Nähe brütenden Fischadlers bereits flügge. D. h. Störungen in der sensiblen Setz- und Brutzeit werden damit weitestgehend ausgeschlossen. Zusätzlich sind im August jahreszeitlich bedingt niedrige Wasserstände zu verzeichnen, das erleichtert die technische Umsetzung der wasserbaulichen Maßnahmen“ führt Projektleiter Volker Spicher vom Nationalparkamt Müritz dazu aus.

Der tatsächliche Start der Wiedervernässung erfolgt erst, wenn die vorgesehenen Schutzmaßnahmen vor dem projektbedingten Grundwasseranstieg für die betroffenen Gebäude, Grundstücke und Infrastruktur vollständig erfolgt sind. Dies wird voraussichtlich im Oktober 2003 der Fall sein. Bis dahin findet die Wasserführung und der Schöpfwerkbetrieb in der Zotzenseeniederung wie gehabt statt.

Im Rahmen des Projektes ist eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit vorgesehen. So befinden sich ein Ausichtsturm in der Niederung und eine Beobachtungsplattform nördlich von Babke in der Planung. Zusammen mit geführten Radwanderungen jeweils mittwochs von Anfang Juni bis Ende August soll dies zu einer zusätzlichen touristischen Aufwertung des Gebietes führen.

“Mit dem positiven Bescheid aus Brüssel ist nun auch die Finanzierung des Vorhabens für weitere 12 Monate gesichert. Der Umsetzung des Projektes steht erfreulicherweise nun nichts mehr im Wege.“ so Amtsleiter Ulrich Meßner zusammenfassend.

Eine Karte mit eingetragenen Maßnahmen sowie ein Fotos zum Projektgebiet werden auf Anfrage per Mail zugesendet.